Fachkongress für Regionalität und Transparenz in der Lebensmittelwirtschaft

05. /06. November 2018 in Berlin

Regionalität ist für Kunden nach wie vor die wichtigste Eigenschaft und der wichtigste Aspekt beim Kauf von Lebensmitteln. Um Kunden beim Einkauf eine transparente und nachvollziehbar abgesicherte Herkunft zu garantieren, wurde vor fünf Jahren das Regionalfenster im Lebensmittelhandel eingeführt. Aufgrund der hohen Bedeutung von Regionalität befassen sich viele Experten aus Forschung und Praxis mit den vielfältigen und komplexen Herausforderungen, die mit regionalen Lebensmitteln, Wertschöpfungsketten, Kommunikation und Verbrauchervertrauen einhergehen.

Mit dem Regionalfenster-Kongress möchten wir alle interessierten Menschen aus unterschiedlichen Branchen und Bereichen einladen, sich über verschiedene Aspekte regionaler Erzeugung und Lebensmittelvermarktung auszutauschen und sich an der Weiterentwicklung des Regionalfenster-Konzepts zu beteiligen. Dazu konnten wir Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, sowie renommierte Experten gewinnen, die sich mit den Themen Regionalität und Lebensmittel befassen. 

Wir freuen uns sehr, Sie in Berlin begrüßen zu dürfen!
  

Sie möchten am Kongress teilnehmen?


Fachvorträge und Foren:


Fachvortrag 1: Weiterentwicklung des Regionalfenster-Konzepts am Beispiel Futtermittel

Dr. Robert Hermanowski, Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Frankfurt am Main

Das Konzept Regionalfenster setzt auf mündige Verbraucher und den Wettbewerb der Unternehmer. Unternehmen geben die geprüfte Herkunft ihrer Produkte an und definieren selbst Regionalität über das Vertriebsgebiet. Der Kunde wiederum entscheidet, ob diese Herkunft für ihn regional ist. Bei der Weiterentwicklung des Regionalfensters stellt sich die Frage, ob weiter auf die Freiwilligkeit gesetzt wird, oder eher eine stärkere Regelung über Richtlinien erfolgen soll. Konkret: Soll es dem Unternehmen überlassen bleiben, bei der Deklaration von tierischen Produkten wie Fleisch- und Wurstwaren freiwillig den Anteil der regional erzeugten Futtermittel anzugeben, oder soll das Regionalfenster diesen Anteil vorschreiben.
 

Forum 1: 
Regionale Futtermittel

Am Beispiel Herkunft der Futtermittel werden sowohl betriebswirtschaftliche Kalkulationen als auch die Mehrzahlungsbereitschaft der Verbraucher aus einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt vorgestellt. Vor diesem Hintergrund werden die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Regionalfenster-Konzepts diskutiert.


Fachvortrag 2: 
Erwartungen von Verbrauchern an regional erzeugte Lebensmittel

Prof. Dr. Ulrich Hamm, Universität Kassel-Witzenhausen

Verbraucher haben eine hohe Präferenz und Zahlungsbereitschaft für Lebensmittel aus der Region. Aber Verbraucher haben auch sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, was ein Lebensmittel mitbringen muss, damit es die Bezeichnung regional verdient. Dies stellt Lebensmittelanbieter vor die Herausforderung, wie sie mit einer eindeutigen und als glaubwürdig angesehenen Lebensmittelkennzeichnung den Verbrauchervorstellungen gerecht werden können.
 

Forum 2:
Verbrauchererwartungen

Die Erwartungen der Verbraucher an Herkunft und Regionalität von Lebensmitteln sowie deren Einstellungen, Zahlungsbereitschaft und Kaufverhalten werden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Diskutiert wird, wie es Anbietern bestmöglich gelingen kann, ihre Potenziale in puncto Regionalität bestmöglich auszuschöpfen. 


Fachvortrag 3:
Regionale Lebensmittel und das Regionalfenster in der Gemeinschaftsgastronomie 

Anja Erhart, Agentur für Ernährungsfragen, Frankfurt am Main

Das Regionalfenster im Lebensmittelhandel ist ein Erfolg. Wie kann dieser Erfolg auf den wachsenden Außer-Haus-Markt übertragen werden? Denn auch hier besteht das starke Bedürfnis, sich in Sachen Nachhaltigkeit und Regionalität weiter zu entwickeln und zu profilieren. Dabei stellen sich verschiedene Herausforderungen: Wie kann das Regionalfenster an der Essensausgabe eingesetzt werden? Wie kann eine glaubwürdige Kontrolle sichergestellt und welche Richtlinien müssen einer Verwendung zugrunde gelegt werden? Hierfür soll unter Berücksichtigung der Vielfalt von Bewirtschaftungsformen und Verpflegungssystemen ein Konzept entwickelt werden.


Forum 3:
Gemeinschaftsgastronomie

In der Gemeinschaftsgastronomie können regionale Lebensmittel und deren Herkunft zukünftig ausgelobt werden. Wie dies bestmöglich funktionieren kann, welche Herausforderungen und Lösungsansätze bestehen, werden die Experten und Praktiker diskutieren.