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Rahmenbedingungen

  • Das Regionalfenster beinhaltet ausschließlich Aussagen zur Herkunft der eingesetzten landwirtschaftlichen Zutaten, dem Ort der Verarbeitung und optional zu den Vorstufen der Landwirtschaft. Aussagen zur Art der Erzeugung (z.B. fair, nachhaltig, ökologisch, ohne Gentechnik, tiergerecht) sind im Regionalfenster nicht zugelassen. Warum?
  • Das Regionalfenster ist ein Deklarationsfeld, das individuell für jedes Produkt erstellt wird und ist damit nicht als Markenzeichen zu verstehen.
  • Die Region muss für den Rohwarenbezug eindeutig und nachprüfbar benannt werden (z.B. Landkreis, Bundesland oder Angabe eines Radius in Kilometern) und kleiner als die Bundesrepublik Deutschland sein, sie kann jedoch Staats- oder Ländergrenzen überschreiten (z.B. Getreide aus der Eifel oder 100 Kilometer um Aachen).
  • Die erste Hauptzutat und die wertgebenden Zutaten müssen bei zusammengesetzten Produkten zu 100 % aus dieser definierten Region stammen. Beträgt die erste Hauptzutat weniger als 51 % des Produktgesamtgewichts, so müssen auch die weiteren Zutaten jeweils zu 100 % aus der definierten Region stammen, bis mindestens 51 % des Gesamtgewichtes erreicht sind.
  • Beispiele für die Vergabe des Regionalfensters bei zusammengesetzten Produkten:
    • Erdbeer-Fruchtaufstrich (75 % Erdbeeren): 100 % der Erdbeeren müssen aus der definierten Region stammen.
    • Schinkenwurst (47 % Schweinefleisch, 45 % Rindfleisch): 100 % des Schweinefleischs muss aus der definierten Region stammen, da diese Zutat weniger als 50 % des Produktgesamtgewichts beträgt, muss auch das Rindfleisch zu 100 % aus der definierten Region stammen.
    • Weizenvollkornbrötchen (90 % Weizenvollkornmehl): 100 % des Weizens muss aus der definierten Region stammen.
  • Der Ort der Verarbeitung muss im Regionalfenster in Zeile 2 benannt werden.
  • Bei zusammengestzten Produkten wird die Gesamtsumme aller regionalen Rohstoffe mit einer Prozentzahl in Zeile 3 angegeben.
  • Die Herkunft der landwirtschaftlichen Vorstufen/Betriebsmittel (z.B. Futtermittel, Jungtiere, Saatgut) kann im Regionalfenster optional angegeben werden.
  • Es besteht ein Qualitätssicherungssystem mit nachvollziehbarer Dokumentationspflicht bzw. ein dreistufiges, neutrales Prüf- und Sicherungssystem.
  • Die Vergabe des Regionalfensters erfolgt nach Überprüfung der angemeldeten Auslobung im Deklarationsfeld. Die Überprüfung erfolgt auf Basis einer jährlichen, neutralen Prozesskontrolle.
  • Das beauftragte Zertifizierungsunternehmen, welches den Lizenznehmer überprüft hat, wird im Regionalfenster benannt.
  • Vergleichbare Prüf- und Sicherungssysteme wie die Zertifizierungsverfahren der Länderzeichen von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz werden anerkannt, so dass hier Kontrollaufwand und -kosten möglichst gering gehalten werden können.
  • Für die Vergabe von Lizenzen für das Regionalfenster und die Zulassung von Zertifizierungsstellen ist der Regionalfenster e.V. zuständig.